Weiterbildungs- und Prüfungsordnung

Die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung (Stand: 27.06.2000) setzt im Detail die Vorgaben der Satzung des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie Ostwestfalen und der von der Deutschen psychoanalytischen Gesellschaft (DPG), der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und den dafür zuständigen Ministerien der Bundesländer vorgegebenen Kriterien und/oder Weiterbildungsordnungen um. Bei Abweichungen ist die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung den o.g. Bestimmungen anzugleichen.

1.1. Voraussetzungen zur Weiterbildung

1.1.1. Abgeschlossenes Hochschulstudium (gegenwärtig das Medizin- oder Psychologiestudium)

1.1.2. Berufstätigkeit in einem der oben genannten Grundberufe (in der Regel seit 2 Jahren)

1.1.3. Befürwortung aufgrund von zwei Interviews bei Lehranalytikern des Instituts

1.1.3.1. Bereits von anderen DPG-Instituten zugelassene Kandidaten werden auf Grundlage einer Befürwortung des entsprechenden DPG-Instituts ohne weitere Aufnahmeinterviews aufgenommen. Auf Wunsch kann der Kandidat ein Informationsgespräch führen. Von allen anderen analytischen Instituten bereits zugelassene Kandidaten haben zwei Aufnahmeinterviews bei Lehranalytikern unseres Instituts, wenn sie in die DPG-Weiterbildung übernommen werden wollen.

1.1.4. Der Bewerber soll darüberhinaus (in der Regel vor seiner psychoanalytischen Weiterbildung) zumindest eine einjährige psychiatrische Erfahrung erwerben, mindestens aber entsprechende Kenntnisse in der Psychiatrie nachweisen können.

1.1.5. Mit der Zulassung ist noch nichts über die Zulassung zum praktischen Teil der Weiterbildung und die endgültige Eignung des Bewerbers ausgesagt.

1.2. Ziel der Weiterbildung

1.2.1. Die Weiterbildung führt zur eigenverantwortlichen Tätigkeit als Psychoanalytiker. Sie umfaßt die Anwendungen der psychoanalytischen Theorie und Methode in der Krankenbehandlung, in der Forschung, im sozialen Feld, im Verständnis gesellschaftlicher und kultureller Prozesse und in anderen Bereichen.

1.3. Allgemeine Grundsätze der Weiterbildung

1.3.1. Sie wird durch ein Zwischenkolloquium in zwei Abschnitte untergliedert und endet mit der Abschlußprüfung.

1.3.2. Sie ist in der Regel kontinuierlich und berufsbegleitend.

2. Die Lehranalyse

2.1. Die persönliche Analyse während der Zeit der Weiterbildung ist die Lehranalyse. Sie ist ein grundlegender Teil der psychoanalytischen Weiterbildung. Sie unterliegt der Schweigepflicht, auch gegenüber dem Institut.

2.2. In der Lehranalyse erlebt und verarbeitet der Analysand in einem längeren regressiven Prozeß eigene unbewußte Dynamik in der Zwei-Personen-Beziehung mit Hilfe der psychoanalytischen Methode.

2.3. Die Bedingungen und die Gestaltung der Lehranalyse (Frequenz, Dauer usw.) werden von dieser Zielsetzung bestimmt.

2.4. Der Weiterbildungsteilnehmer wählt den Lehranalytiker aus dem Kreis der Lehranalytiker, die vom Institut dazu berechtigt sind. Lehranalysen bei anderen Psychoanalytikern können anerkannt werden, wenn diese die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Über das Vorliegen der Voraussetzungen befinden Lehranalytikergremium und Vorstand an Hand der derzeit geltenden fachgesellschaftsbezogenen und der sie übergreifenden Kriterien.

2.5. Gegenwärtige oder vergangene dienstliche oder andere Abhängigkeiten oder die berufliche Zusammenarbeit als Kollegen schließen eine Lehranalyse aus.

2.6. Der Weiterbildungsteilnehmer kann den Lehranalytiker wechseln.

2.7. In der Regel begleitet die Lehranalyse die gesamte Weiterbildung und orientiert sich im Übrigen an den Vorgaben der Deutschen psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) und der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT).

3. Theoretische und klinische Lehrveranstaltungen

3.1. Die Lehrveranstaltungen vermitteln Grundlagen und Fortentwicklungen der Psychoanalyse und umfassen Persönlichkeits- und Krankheitslehre, Diagnostik und Behandlungstheorie, Entwicklungs- und Kulturtheorie und andere Gegenstände der psychoanalytischen Wissenschaft. Daneben berücksichtigen sie weitere tiefenpsychologische Theorien und Konzepte und vermitteln einen Einblick in die Bedeutung von Nachbarwissenschaften für die Psychoanalyse (Literaturwissenschaft, Ethnologie, Soziologie usw.).

3.2. In den Lehrveranstaltungen werden die Weiterbildungsteilnehmer angeregt, psychoanalytische Sichtweisen auch auf Kultur und Gesellschaft anzuwenden.

3.3. Im Rahmen einer berufsbegleitenden Weiterbildung sollen sich diese Lehrveranstaltungen auf mehrere Jahre verteilen und insgesamt mindestens 600 Stunden einschließlich kasuistisch-technischer Seminare umfassen.

3.4. Inhalte der theoretischen und klinischen Lehrveranstaltungen:

3.4.1. Psychoanalytische Entwicklungs- und Persönlichkeitstheorien

3.4.2. Allgemeine psychoanalytische Krankheitslehre

3.4.3. Spezielle psychoanalytische Krankheitslehre einschließlich Psychosomatik und Differentialdiagnostik (Abgrenzung von Psychosen und Neurosen von körperlich begründbaren psychischen Störungen).

3.4.4. Psychoanalytische Traumtheorien

3.4.5 Theorien des therapeutischen Prozesses und der psychoanalytischen Behandlungstechniken (Kurztherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie, Fokaltherapie, dynamische Psychoanalyse)

3.4.6. Techniken der psychoanalytischen (diagnostischen und therapeutischen) Gesprächsführung

3.4.7. Theorien von der Psychodynamik der Familie und der Gruppe

3.4.8. Grundlagen der psychoanalytischen Kulturtheorie und der analytischen Sozialpsychologie

3.4.9. Indikation und Methodik der psychoanalytisch begründeten Verfahren einschließlich Prävention und Rehabilitation

3.4.10. Einführung in die Psychiatrie und psychiatrische Krankenvorstellung

3.4.11. Einführung in die psychologische Testdiagnostik

3.4.12. Einführung in die Lerntheorie sowie Indikation und Methodik der Verhaltenstherapie

3.4.13. Kooperation von Ärzten und Diplom-Psychologen im Rahmen der kassenärztlichen und vertragsärztlichen Versorgung einschl. Antragstellung, Gutachterverfahren und Abrechnung.

4. Praktischer Teil der Weiterbildung

4.1. Zur Teilnahme am praktischen Teils der Weiterbildung ist der Abschluß einer Berufshaftpflichtversicherung erforderlich.

4.2. Interviewpraktika

4.2.1. Im ersten Teil der Weiterbildung werden neben der Teilnahme an theoretisch-diagnostischen Seminaren psychoanalytische Erstuntersuchungen unter Anleitung dazu berechtigter Analytiker durchgeführt. Dabei macht der Weiterbildungsteilnehmer erste Erfahrungen mit Patienten in einer psychoanalytischen Situation. Die Erstuntersuchungen werden in der Zweiersituation oder in kleinen Gruppen kontrolliert. Die Teilnahme an theoretisch-diagnostischen Seminaren sollte sich mindestens über einen Zeitraum von 2 Semestern erstrecken. Die Zahl der Erstuntersuchungen ist auf derzeit mindestens 20 festgesetzt. Die Durchführung ist von den dazu berechtigter Analytiker im Studienbuch zu testieren.

4.3. Kontrollierte Behandlungen

4.3.1. Der Weiterbildungsteilnehmer erhält nach dem Zwischenkolloquium die Erlaubnis zur psychoanalytische Behandlung unter Anleitung von dazu berechtigten Kontrollanalytikern.

4.3.2. Unter den zu behandelnden Patienten müssen zwei mit Erkrankungen sein, für deren psychoanalytische Behandlung erfahrungsgemäß mindestens 250 - 300 Stunden psychoanalytischer Psychotherapie oder mehr in Einzelsitzungen erforderlich sind.

4.3.3. Darüber hinaus sollen praktische Erfahrungen in der Anwendung modifizierter psychoanalytischer Verfahren erworben werden (mindestens eine tiefenpsychologisch fundierte und eine Kurz- oder Fokaltherapie).

4.3.4. Um Differentialindikationen stellen zu können, müssen auch Grundkenntnissen in der analytischen Gruppenpsychotherapie, analytisch orientierten Gruppenpsychotherapieverfahren und in der Familientherapie erworben werden.

4.3.5. Insgesamt müssen bis zum Abschluß der Weiterbildung mindestens 6 Patientenbehandlungen mit insgesamt mindestens 700 Behandlungsstunden nachgewiesen werden, darunter zwei Behandlungen mit jeweils mindestens 250 Stunden in Einzelsitzungen, eine tiefenpsychologisch fundierte und eine Kurzzeitpsychotherapie.

4.4. Die Kontrollanalyse

4.4.1. Es ist das Ziel der Kontrollanalyse, daß der Weiterbildungsteilnehmer eine ihm angemessene Haltung in der psychoanalytischen Situation entwickelt und sich seiner unbewußten Beteiligung am Behandlungsprozeß bewußt wird. Daneben ist die Kontrollanalyse eine Beratung im Hinblick auf die Behandlungstechnik.

4.4.2. Sie wird in der Zweiersituation oder in kleinen Gruppen durchgeführt. Die Frequenz richtet sich nach dem Erfahrungsstand der Weiterbildungsteilnehmer. Sie wird so gewählt, daß ein intensiver Einblick in den Behandlungsprozeß möglich ist.

4.4.3. Der Weiterbildungsteilnehmer wählt den Kontrollanalytiker unter den Psychoanalytikern aus, die dazu berechtigt sind. Kontrollanalysen bei einem anderen Analytiker können vom Vorstand anerkannt werden, wenn dieser die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt.

4.4.4. Kontrollanalytiker können während der laufenden Behandlung gewechselt werden.

4.4.5. Im Verlauf der Weiterbildung werden Kontrollanalysen bei mehreren Kontrollanalytikern durchgeführt.

4.4.6. In der Kontrollanalyse zeigt sich die Entwicklung der psychoanalytischen Kompetenz des Weiterbildungsteilnehmers.

4.5. Kasuistisch-technische Seminare

4.5.1. Im zweiten Teil der Weiterbildung nehmen die Weiterbildungsteilnehmer an kasuistisch-technischen Seminaren teil, in denen sie regelmäßig auch ihre eigenen Behandlungsfälle vorstellen.

5. Bewertung, Prüfungen, Abschluß der Weiterbildung

5.1. Die Weiterbildung wird aufgrund der Beurteilungen der psychoanalytischen Erstuntersuchung und der Behandlungen, in den kasuistisch-technischen Seminaren und in den Prüfungen bewertet.

5.2. Dafür sind Beurteilungen des Verlaufs über einen längeren Zeitraum maßgebend.

5.3. Es gehört in die Verantwortung der Weiterbildenden, den Weiterbildungsteilnehmer rechtzeitig auf schwerwiegende Vorbehalte aufmerksam zu machen und diese ggf. im Weiterbildungsausschuß zur Sprache zu bringen. Entstehen im Weiterbildungsausschuß grundsätzlich Bedenken bezüglich der Eignung, so werden diese dem Weiterbildungsteilnehmer mitgeteilt und begründet. Dabei wird die Beurteilung möglichst aller Kontrollanalytiker berücksichtigt, die ihn aus der Fallkontrolle kennen.

5.4. Wenn die Fortsetzung der Weiterbildung zum Psychoanalytiker nicht befürwortet wird, dann kann der Vorstand die Weiterbildung abbrechen.

5.5. Das Zwischenkolloquium

5.5.1. Das Zwischenkolloquium dient dem Nachweis der Grundkenntnisse der Theorie und Praxis der Psychoanalyse.

5.5.2. Voraussetzung

5.5.2.1. Teilnahme an den theoretischen Lehrveranstaltungen über drei Semester

5.5.2.2. Anerkennung von 15 der 20 erforderlichen psychoanalytischen Erstuntersuchungen (12 der geforderten Erstinterviews müssen von Lehranalytikern des Instituts testiert werden, bis zu 8 können von Dozenten des Instituts oder Lehranalytikern anderer DGPT-Institute testiert werden.)

5.5.2.3. eine Erklärung des Weiterbildungsteilnehmers, daß er sich in einer anerkannten Lehranalyse von bis dahin mindestens 100 Stunden befindet

5.5.2.4. die zustimmende Beurteilung der Eignung durch die Analytiker, die die Erstuntersuchungen beurteilt haben

5.5.2.5. die Zustimmung der Mehrheit der Institutsmitglieder aufgrund von Erfahrungen mit dem Weiterbildungsteilnehmer im Rahmen der Weiterbildung, ausgenommen der Lehranalytiker des betreffenden Weiterbildungsteilnehmers

5.5.3. Anmeldung zum Zwischenkolloquium

5.5.3.1. Sie erfolgt schriftlich unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen und Nachweise und - wenn vom Kandidaten gewünscht - unter Angabe eines Themas für das Kolloquium beim Vorstand oder dem mit den Vorbereitungen der Prüfung Beauftragten spätestens acht Wochen vor der Prüfung.

5.5.3.2. Der Kandidat kann Prüfer für das Zwischenkolloquium vorschlagen. Von den erforderlichen zwei Prüfern für das Zwischenkolloquium muß mindestens einer Lehranalytiker sein. Der Lehranalytiker des zu prüfenden Weiterbildungsteilnehmers kann nicht Prüfer sein.

5.5.4. Prüfungsvorgang

5.5.4.1. Der Vorstand oder der mit den Vorbereitungen der Prüfung Beauftragte organisiert die Prüfung und setzt nach Absprache mit den Prüfern den Termin für das Zwischenkolloquium fest.

5.5.4.2. Das Zwischenkolloquium kann sowohl als Einzelprüfung als auch als Gruppenprüfung durchgeführt werden.

5.5.4.3. Die Prüfungsdauer pro Kandidat beträgt 1 Stunde.

5.5.4.4. Über das Ergebnis der Prüfung wird von beiden Prüfern in Übereinstimmung entschieden.

5.5.4.5. Die Prüfung ist für Institutsmitglieder öffentlich, sofern sich der Kandidat nicht ausdrücklich dagegen ausspricht.

5.5.4.6. Das Zwischenkolloquium kann wiederholt werden.

5.5.4.7. Protokoll und Prüfungsunterlagen werden mindestens 10 Jahre aufbewahrt.

5.5.4.8. Die Gebühren für die Zwischenprüfung betragen 100,- €.

5.6. Kasuistisch-technische Seminare und Kasuistiken

5.6.1. Das kasuistisch-technische Seminar ist eine Veranstaltung, in der anhand von Fallvignetten der technische Umgang in der Psychoanalyse gelehrt und gelernt wird. Erwartet wird an unserem Institut die regelmäßige Teilnahme der Weiterbildungsteilnehmer an den kasuistisch-technischen Seminaren bis zum Abschluss der Weiterbildung.

5.6.2. Kasuistik ist eine Fallvorstellung zu Prüfungszwecken. Es handelt sich um eine Überprüfung der Fähigkeit psychoanalytisch zu arbeiten. Zwei psychoanalytische Behandlungen je nach der 50. und nach der 150. Stunde von verschiedenen Patienten sollen vorgestellt werden.

5.6.3. Schwerpunkt der Betrachtung ist der psychoanalytische Prozeß. Die Kasuistik dauert maximal 90 Minuten einschließlich Falldarstellung, Diskussion und Rückmeldung. Diejenigen Analytiker, die die Kasuistik abnehmen, dürfen weder Lehranalytiker des zu Prüfenden noch Kontrollanalytiker des vorgestellten Falles sein.

5.7.3.1. Nachweis von 700 Behandlungsstunden von mindestens sechs Patienten, darunter eine tiefenpsychologisch fundierte und eine Kurztherapie und den dazu durchgeführten mindestens 150 Kontrollstunden, davon mindestens 100 Einzelkontrollen. Wenigstens 2 der durchgeführten Behandlungen müssen einen kontinuierlichen psychoanalytischen Prozeß von mindestens jeweils 250 Stunden umfassen.

5.7.3.2. Nachweis der regelmäßigen Teilnahme am kasuistisch-technischen Seminar bis zum Abschluß der Weiterbildung mit zwei zustimmend beurteilten Kasuistiken.

5.6.4. Die Wiederholung einer Kasuistik ist möglich, eine zweite Wiederholung muß vom WeiterbiIdungsausschuß aufgrund einer Anhörung der Kontrollanalytiker genehmigt werden.

5.6.5. Bestandene Kasuistiken werden im Studienbuch bescheinigt, über nicht bestandene Prüfungen wird unverzüglich die Leitung des Weiterbildungsausschusses informiert.

5.7. Die Abschlußprüfung

5.7.1. Der Abschluß der Weiterbildung setzt voraus, daß der Weiterbildungsteilnehmer befähigt ist, eigenverantwortlich den Beruf des Psychoanalytikers auszuüben. Den Nachweis dieser Befähigung erbringt er in der Abschlußprüfung.

5.7.2. Die Abschlußprüfung besteht aus einem Abschlußkolloqium, in dem die Abschlußarbeit mit den Prüfern des Abschlußkolloquiums diskutiert wird.

5.7.3. Voraussetzung

5.7.3.1. Nachweis von 700 Behandlungsstunden von mindestens sechs Patienten, darunter eine tiefenpsychologisch fundierte und eine Kurztherapie und den dazu durchgeführten Kontrollstunden, davon mindestens 100 Einzelkontrollen. Wenigstens 2 der durchgeführten Behandlungen müssen einen kontinuierlichen psychoanalytischen Prozeß von mindestens jeweils 250 Stunden umfassen.

5.7.3.2. Nachweis der regelmäßigen Teilnahme am kasuistisch-technischen Seminar mit zwei zustimmend beurteilten Kasuistiken

5.7.3.3. Nachweis von 600 theoretischen Lehrstunden

5.7.3.4. Erstellung einer Abschlußarbeit, die aus einer Falldarstellung über eine kontrollierte psychoanalytische Behandlung und einer wissenschaftlichen Abhandlung besteht

5.7.4. Anmeldung zur Abschlußprüfung

5.7.4.1. Sie erfolgt schriftlich unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen und Nachweise beim Vorstand oder dem mit den Vorbereitungen der Prüfung Beauftragten spätestens acht Wochen vor der Prüfung.

5.7.4.2. Der Kandidat kann Prüfer für die Abschlußprüfung vorschlagen.

5.7.4.3. Die Prüfer der Abschlußprüfung sind drei Dozenten des Instituts, wovon mindestens zwei Lehranalytiker sein müssen. Der Lehranalytiker des zu prüfenden Weiterbildungsteilnehmers und der Kontrollanalytiker des Falles der schriftlichen Abschlußarbeit können nicht Prüfer sein.

5.7.4.4. Die Abschlußarbeit muß den Prüfern, den Mitgliedern des Vorstands und den Mitgliedern des Weiterbildungsausschusses vom Weiterbildungsteilnehmer mindestens acht Wochen vor dem Prüfungstermin zugesandt worden sein.

5.7.4.5. Die Abschlußarbeit gilt als akzeptiert, wenn sich die Mehrheit der Prüfer spätestens drei Wochen vor dem Prüfungstermin schriftlich beim Vorstand oder dem mit den Vorbereitungen der Prüfung Beauftragten zustimmend äußert. Mit dieser Zustimmung ist der Weiterbildungsteilnehmer zur Abschlußprüfung zugelassen.

5.7.5. Prüfungsvorgang

5.7.5.1. Der Vorstand oder der mit den Vorbereitungen der Prüfung Beauftragten organisiert die Prüfung und setzt nach Absprache mit den Prüfern den Termin für das Abschlußkolloquium fest.

5.7.5.2. Im Abschlußkolloquium selbst stellt der Weiterbildungsteilnehmer seine Falldarstellung unter einem zu vertiefenden Aspekt den Prüfern dar. In dem sich daraus entwickelnden Gespräch soll der Umgang des Weiterbildungsteilnehmers mit der psychoanalytischen Behandlungstechnik und der ihr zugrunde liegenden Theorie deutlich werden.

5.7.5.3. Die Dauer des Abschlußkolloquiums beträgt 90 Minuten, davon sollte die Falldarstellung nicht länger als 30 Minuten dauern.

5.7.5.4. Die Abschlußprüfung gilt als bestanden, wenn die einfache Mehrheit der Prüfer zustimmt.

5.7.5.5. Die Prüfung ist für Institutsmitglieder öffentlich, sofern sich der Kandidat nicht ausdrücklich dagegen ausspricht.

5.7.5.6. Das Abschlußkolloquium kann wiederholt werden.

5.7.5.7. Protokoll und Prüfungsunterlagen werden mindestens 10 Jahre aufbewahrt.

5.7.5.8. Die Gebühren für die Abschlußprüfung betragen 150,- €.